News
Zwei Jahre „Aufbruch 09“—eine Bilanz
Kategorie:

Stimmenwanderung

 

Zwei Jahre nach den für die PBC schicksalhaften Parteitagen 2007 ist es dran, eine Bilanz zu ziehen. Die damaligen Diskussionen waren mit dem Arbeitstitel „Aufbruch 2009“ versehen, weil für die Wahlen in 2009 deutlich höhere Wahlergebnisse erzielt werden sollten als bisher. Ihre Grundidee war, die PBC für Wähler, welche das Wort „bibeltreu“ stört, annehmbar zu machen und sie für das Zusammengehen mit anderen christlichen Kleinparteien vorzubereiten.

Der selbst gesetzte Termindruck, dies zur Bundestagswahl 2009 zu schaffen, brachte eine Hektik in diese durchaus überlegenswerte Entwicklung und verhinderte damit einen gesunden Verlauf. Stattdessen zerriss es vielerorts die PBC. Mit den Aufräumarbeiten haben wir jetzt noch zu tun. Einige Landes- und viele Kreisverbände müssen neu gegründet werden.

Welche Frucht hat diese Entwicklung gebracht? Immerhin bestand die Hoffnung, mit der Gründung der Schwesterpartei AUF, welche ohne das Wort „bibeltreu“ im Namen die gleichen bibelorientierten Ziele hat, für die Gesamtheit der christlichen Kleinparteien deutlich mehr Stimmen zu gewinnen. Ist das gelungen? Für diese Frage war die Europawahl ein geeigneter Testfall, weil dort alle Parteien bundesweit gewählt werden konnten.

Das oben stehende Bild zeigt die bundesweiten Stimmen bei den Europawahlen 2004 und 2009 im Vergleich von AUF, CM (Christliche Mitte, vorwiegend katholische Mitglieder) und PBC.

Hiernach sind die Neustimmen für die AUF weitgehend durch Verluste bei CM und PBC ausgeglichen. D.h. in Summe ist kaum ein Gewinn da, der die Neugründung belohnt hätte.

Stattdessen ist das Lager der christlichen Kleinparteien noch weiter gespalten worden als bisher. Wie diese Uneinigkeit der Christen nach außen wirkt, kann man u.a. bei den Informationen der Evangelischen Allianz „idea-Spektrum“nachlesen. Dort wurde im Sommer angemahnt, dass die christlichen Kleinparteien Eins werden sollten, um nach außen glaubhaft auftreten zu können. Diesen Zusammenhang finden wir auch in Joh. 17,21. Wir wissen, dass das gegenwärtig nicht möglich ist, halten aber die Tür für freundschaftliche Gespräche offen.
Noch deutlicher wird die Nutzlosigkeit dieser Neugründung für das entschieden-christliche Lager, wenn man die ebenfalls von Christen getragene ödp (Ökologisch-Demokratische Partei), welche ihren Schwerpunkt in Bayern hat, in die Betrachtung einbezieht. Dann ist der Stimmengewinn in Summe Null, weil auch sie gegenüber 2004 Stimmen verloren hat.

Diese Deutung ist pauschal zu sehen, weil es Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. Sie ist nicht anhand der Bundestagswahlergebnisse überprüfbar, weil dort die AUF nicht angetreten ist.

Wie hat sich die im Aufbruch 2009 enthaltene Namensfrage entwickelt? Es hatte auch einen Vorschlag für eine Übergangslösung gegeben. Doch aus heutiger Sicht beobachte ich, dass der Namensteil „bibeltreu“ in den Medien zu unserem Markenzeichen geworden ist. Er provoziert und weckt Aufmerksamkeit, mehr als ein neutral gehaltener Name. Diese Wirkung war auch bei der Partei der 'Piraten’ zu beobachten. Ich bin deshalb dafür, unseren Namen nicht weiter in Frage zu stellen, sondern ihn im Bewusstsein der Menschen als festen Begriff, der mit biblischen Werten, auch wenn man sie ablehnt, verbunden wird, zu verankern.

Die PBC braucht eine Weiterentwicklung der politischen Kompetenz (auf der Grundlage der vorhandenen geistlichen Kompetenz). Nur gute Politikangebote werden auch breitere Wählerschichten anerkennen.


Dr. Detleff Karstens
Stellvertretender
Bundesvorsitzender der PBC








<- Zurück zu: Aktuelles